Posts mit dem Label Anne Will werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anne Will werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. Juli 2011

04.07.2011 - Anne Will vom 03.07.2011 - Deutschland deine Blender - meine Kritik

Im Grunde drehte sich die Sendung um die Rechtfertigung von Dr. Jorgo Chatzimarkakis (FDP), Mitglied des Europäischen Parlaments, dessen Doktorarbeit auf Vroniplag auf Plagiate hin untersucht wird.
Nach dieser Sendung kam ich zu dem Schluss, dass ich folgende Lehren aus den Darstellungen von Dr. Jorgo Chatzimarkakis ziehen könnte.
Ich könnte mich der Darstellung von Dr. Jorgo Chatzimarkakis anschließen, der darlegte, dass er eben nicht plagiiert hat, da er die Textstellen, die er von anderen Autoren verwendet hat, zwar nicht im TEXT als solche markiert hat, auf der jeweiligen Seite aber eine Fußnote zur Quelle angegeben hat. Diese Praxis sieht er wohl als in Ordnung an, da er davon ausgeht, dass die Leser der Arbeit eine entsprechende Kompetenz mitbringen.

Ich könnte aber auch die Lehre ziehen, dass  man sich eine Schraube ins Knie drehen könnte, um den Schmerz zu regulieren.

Und zu guter letzt könnte ich zu dem Schluss kommen, dass ich anfange zu verstehen, warum die Griechen die Eurozone in so eine Krise gestürzt haben.

Der geneigte Leser möge noch weitere Möglichkeiten  für sich selbst hinzufügen, meine Wahl ist gemacht.
Ich persönlich neige zu der Ansicht, dass der Auftritt von H. Dr. Jorgo Chatzimarkakis für seine Partei, die FDP, nicht sehr förderlich war. Ich hoffe nur, dass die Liberalen nicht auf die unliberale Idee verfallen, die öffentliche Untersuchung von Doktorarbeiten auf Plagiatsverdacht im Internet per Gesetz verbieten zu lassen.


Ihr Tageshoroskop kompakt.
Abgefahrenen Kochrezepte finden sie hier.

Montag, 6. Juni 2011

06.06.2011 - Anne Will vom 05.06.2011 - Illegale Pflege - meine Kritik

Das Thema, genial im davor laufenden Tatort erarbeitet, konnte für diese Gäste wohl nur eine Beschäftigungstherapie sein. Wie so oft bei Anne Will gab es keinen Gast, der tatsächlich eine Antwort auf dieses drändende Problem hatte. Stopp - nicht ganz richtig. ALLE hatten Antworten, aber keine Antwort löst das Grundproblem.
Warum Anne Will keine Visionäre einlädt, die einfach mal alle herkömmlichen Denkmuster aufgeben, ist mir nicht ganz klar. Da stressen alle Gäste ( Daniel Bahr (FDP), Bundesgesundheitsminister; Michael Jürgs, Journalist und Sachbuch-Autor; Elisabeth Niejahr, Hauptstadtkorrespondentin der „Zeit”; Nare Yesilyurt, Leiterin eines multikulturellen Pflegedienstes; Erika Weber, pflegt ihren an Alzheimer erkrankten Ehemann ) immer und immer wieder nur die alten Floskeln.
Eine Lösung des Pflegenotstandes oder gar nur den Schimmer einer Idee für eine Lösung hat die Sendung von Anne Will leider auch nicht aufgezeigt.
Aber wenigstens hat man mal darüber gerdet - ist ja auch schon was.






Ihr Tageshoroskop kompakt.
Abgefahrenen Kochrezepte finden sie hier.

Montag, 2. Mai 2011

02.05.2011 - Anne Will vom 01.05.2011 - Tag der Arbeit / prekäre Arbeitsverhältnisse - meine Kritik

Das Thema ist aktueller denn je. Da erzählt ein Busfahrer, der Vollzeit arbeitet, dass er seine 3 Kinder und seine Frau mit seiner Arbeit nicht durchbringt und ein H. Vogel ((FDP, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion) lamentiert über Bildung.

Montag, 11. April 2011

11.04.2011 - Anne Will vom 10.04.2011 - Arm bleibt arm... -- meine Kritik

Schon die Gästeliste liess erahnen, dass dieses Thema nur an der Oberfläche bleiben wird. Da waren zwar mit Fr. Julia Klöckner (CDU, Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag) und H. Bodo Ramelow (Die Linke, Fraktionsvorsitzender im thüringischen Landtag) zwei Politiker, die in ihren politischen Überzeugungen konträrer nicht sein können, aber trotzdem oder genau deshalb war es natürlich kaum möglich, mehr als Symptome anzukratzen.

Montag, 4. April 2011

04.04.2011 - Anne Will vom 03.04.2011 - FDP in der Krise?

Abgesang an die FDP. Wer soll dieser Partei einen Gesinnungswechsel glauben? Weder H. Baum, H. Lindner noch H. Henkel konnten es wegreden. Diese Partei steckt in einer Glaubhaftigkeitskrise ohne Beispiel. Hier  hilft keine Beschwörung, kein Eindreschen auf H. Westerwelle, keine Rückbesinnung auf vergangene sozial-liberale Zeiten.
Es wurde lange darüber debattiert, ob H. Westerwelle auch seinen Kabinettsplatz räumen sollte, um den jungen um H. Lindner und H. Rösler Raum für eine Neuausrichtung der FDP zu geben.
Ich persönlich glaube, dass dies nichts hilft. Jugend alleine kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch diese Riege der FDP die Fokussierung der Partei auf rein wirtschaftsliberale Themen mitgemacht, ja sogar entscheidend mitgetragen hat. Wer also soll dieser Riege glauben, dasss sie sich auf breitere liberale Ansätze besinnt? Ich glaube ihr das nicht.
Ich frage ganz ernsthaft: Wenn die Freiheit beim Bürger in der Form angekommen ist, dass sich der Bürger herausnimmt, eine Patei wie die FDP abzustrafen, ist dann überhaupt noch eine liberale Partei notwendig?

Montag, 28. März 2011

28.03.2011 - Anne Will vom 27.03.2011 - Wahl in Baden-Württemberg

Gäste: Heiner Geißler, Klaus Wowereit  Jürgen Trittin, Annette Schavan, Christian Lindner, Jakob Augstein
Das war nach meinem Geschmack. Heiner Geissler plappert wie im der Sinn steht und spricht dabei Wahrheiten aus, die wohl kein anderer CDU-Mann jemals so von sich geben würde. Da bekommt H. Brüderle sein Fett weg und der Vorwurf, dass sich die CDU von den Grünen zu stark isoliert hat, trifft voll ins Schwarze.
Ein zufriedener Jürgen Trittin, der zu Recht stolz darauf ist, dass die Grünen als die native Antiatompartei nach Japan ihre Ernte einfahren können.
Die Hinweise von Fr. Schavan, dass die SPD ja trotzdem Verluste hinnehmen musste, konnten nach der Abwahl von Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg nicht mehr so recht durchdringen. Zu sensationell wirkt der Regierungswechsel in voller Breite.
Großartig die Analyse von H. Augstein, der klar sagte, wie Fr. Merkel und ihre CDU ihr Umschwenken in der Atomfrage mit etwas mehr Demut durchaus glaubwürdiger hätten vermitteln können. Dass man diese Demut nicht zeigte, wird wohl auch viele Wähler in die Arme der Grünen getrieben haben.

Montag, 21. März 2011

21.03.2011 - Anne Will vom 20.03.2011 - Atomgau in Japan und die Folgen - mein Kommentar

Nichts Neues bei Anne Will. Fr. Schwetje, H. von Lojewsky und H. Goeudevert sagen das, was viele Menschen schon seit Jahren sagen: Raus aus der Atomkraft, so schnell wie möglich und die Herren Sommer und Baring relativieren.
Es gab tatsächlich für mich nichts Neues in dieser Sendung. Das einzig interessante, was ich aus der Sendung mitgenommen habe, ist die Erkenntniss, dass die Relativierung des Unglücks in Japan immer noch irgendwie hoffähig ist. Diese Erkenntnis finde ich erschreckend und sie macht mich traurig.

Montag, 14. März 2011

14.03.2011 - Anne Will vom 13.03.2011 - Japan: Erdbeben, Tsunami und Atom GAU - mein Kommentar

Ich schicke eine Anmerkung voraus: Nachdem ich einige Stunden vorher im ZDF H. Kauder und Fr. Homburger sprechen habe hören, war mir klar, dass wohl jeder Vertreter der Regierung bzw. der Regierungsparteien hier nur vorgefertigte Absprachen  von sich geben würde. So kam es dann auch, dass Umweltminister Röttgen eben dies auch tat. Das Reiten auf sinngemäßen Aussagen wie: "Wir müssen die Sicherheitsstandards auf höchsten Niveau sicherstellen." umschifft galant die Tatsache, dass alle Atomgegner simpel und einfach Recht hatten und weiterhin Recht haben. Der Betrieb von Atomkraftanlagen beherbergt ein Risiko, das simpel und einfach ungleich Null ist. Damit aber ist ein Fiasko, wie es Japan jetzt erlebt, theoretisch in jeder Anlage möglich.
Diese simple Tatsache lässt sich  nicht verleugnen.
Altbischof Huber hatte hierzu eine klare Meinung, als er darstellte, dass sich die ganze Debatte auf die Frage reduziert, ob man eine Technik, bei der man einen eventuellen Unfall mit Folgen wie jetzt in Japan mit einer Unfallwahrscheinlichkeit größer Null grundsätzlich nützen soll.
Für mich als Physiker ist die Antwort auf diese Frage klar: Nein, das darf man nicht.
Die Kritik von H. Röttgen, man dürfe nicht alte Debatten von neuem führen, läuft vollkommen ins Leere. Wenn man sieht, dass die Argumentation der Atomkraftgegner schon immer richtig war und, wie sich jetzt in Japan zeigt, auch immer noch richtig ist, dann ist die alte Debatte aktueller denn je. Wenn die Argumente der alten Debatten GEGEN Atomkraft richtig waren und sind, dann ist ein Ignorieren eben dieser alten Debatten in meinen Augen fahrlässig und unverantwortlich.
Wer heute sagt, es kann in Deutschland kein Erdbeben geben, das stark genug ist, einen Atom-Gau zu verursachen, der möge sich  vor Augen halten, dass selbst eine Hochtechnologienation wie Japan simpel und einfach davon ausgegangen ist, dass es kein Beben stärker als 8.25 Richtergrade geben würde. Die Realität hat diese Annahme ad absurdum geführt. Mit welchem Recht könnte sich Deutschland hinstellen und diese absurde Behauptung weiter aufrecht erhalten wollen?
Die ganze Debatte bei Anne Will hat mir gezeigt: Gerade die alten Argumente der Atomkraftgegner sind in schrecklicher Weise in Japan bestätigt worden. Eine NEUE Sicherheitsdebatte ist vollkommen überflüssig. Die einzige Debatte, die schnellstens zu führen ist, muss für mich heissen: Ausstieg sofort und Finden einer Lösung, wie man einen eventuellen Stromengpass  meistert.
Das Gegenargument, eine deutscher Alleingang wäre nicht möglich, ist Augenwischerei. Wenn eine führende Hochtechnologienation wie Deutschalnd hier vorangeht, dann hätte dies nicht nur eine ungeahnte Signalwirkung auf den Rest der Welt. Eine konzertierte Aktion der deutschen Technologen könnte in weniger als 10 Jahren die Energieversorgung der Welt revolutionieren.
Dazu müsste man sich auf die einfache Tatsache konzentrieren, dass jedwede Energie, die wir heute nutzen, letztendlich von unserer Sonne kommt bzw. irgendwann einmal gekommen ist und in welcher Form auch immer in Materie gespeichert wurde. Die direkte Nutzung der Sonnenenergie, der einzigen Energieform, die im Überfluß exisitiert, ist die einzige Lösung, die die Energieprobleme für alle Zeiten lösen kann. Wen man diese physikalisch unbestreitbare Aussage endlich zur Grundlage jeglichen Lösungsansatzes für die Energieversorgung der Menschheit nehmen würde, dann wäre die Lösung nur eine Frage der Zeit.
Die Wüsten unserer Erde könnte man zu gigantischen Sonnenkraftwerken machen. Dass dies eine große Aufgabe ist, steht ausser Frage. Ob man diese Titanenaufgabe angeht, ist aber nur eine Frage der Zeit. Die Zeit, bis man diese Aufgabe angeht, ist meiner festen Überzeugung nach umgekehrt reziprok zur Zahl der Atomgaus, die wir auf dieser Welt noch erleben werden.
Das Problem wird aber auch sein: Wenn wir zu lange warten, wird es eventuell nicht mehr genug Menschen oder verwertbare Ressourcen geben, um die Titanenaufgabe zu stemmen.

Montag, 14. Februar 2011

14.02.2011 - Anne Will vom 13.02.2011 - Hartz IV Drama ohne Ende? - Meine Kritik

Hartz IV Reform und kein Ende. Fr. von der Leyen und Fr. Schwesig können auch in dieser Anne Will Sendung nicht verhehlen, dass die Politik jene nicht ernst nimmt, die am unteren Ende der sozialen Leiter stehen.
Wenig Gegenwind von der Journalistenbank. Herr Augstein und Herr Spreng waren mir viel zu zahm.
Ich habe das Gefühl, dass Anne Will bei weiblichen Gästen in ihrem Fragestil etwas fordernder auftritt. Leider hatte sie wenig Erfolg bei den beiden Damen
Netter Farbtupfer war der Ex-Banker und Imbissbudenbesitzer Herr Brausse. Dem Gespräch einige spektakuläre Momente zu bescheren, schaffte aber auch er nicht.
Alles in allem eine gefällige Diskussionsrunde ohne Aha-Momente. Für mich eher frustrierend.

Montag, 31. Januar 2011

31.01.2011 - Anne Will vom 30.01.2011 - Mythos Guttenberg

Ja was war denn das? Anne Will macht einen Lebenden zum Mythos? War das etwas zu viel Boulevard? Ich denke : JA
Mein Eindruck von den Gästen:
H. Dobrindt voll im Wahlkampf. H.Oppermann zögerlich, sich des Umstandes bewusst, dass man eine Liebling der Massen besser nicht zu sehr angeht, das könnte Stimmen kosten. H. Blome ohne jegliche Selbstkritik. H. Matthes auch zu zurückhaltend. Fr. Pohl ohne Biss und H. von Thurn und Taxis irgendwie fehl am Platz. Wenn schon Boulevard, dann bitte richtig. Anstelle H. von Thurn und Taxis wäre z.B. Marcus von Anhalt sicher quotenträchtiger gewesen.
Mein Eindruck von Anne Will:
Hat sie das Thema wirklich interessiert oder war es einfach ein Versuch, sich ein wenig an H. von Guttenbergs Popularität anzuhängen?
Die einzige Frage, die mich wirklich interessiert hätte, ist: Hätte sich ein Mann von der Bild mit der Vorabinfo über eine Exklusivstory bzgl. der Gorch Fock auch in den Dienstwagen eines grünen Verteidigungsministers gesetzt, um ihn vorab zu informieren? Leider wurde eben diese Frage nicht mal im Ansatz diskutiert.
Wie gesagt: Wenn schon Boulevard, dann bitte richtig. Die Gästeliste war dazu zu schwach.

Montag, 24. Januar 2011

24.01.2011 - Anne Will vom 23.01.2011 - Traumasoldaten, Bundeswehrkrisen und Armeerituale

Nur sehr randbezirklich wurde ausgesprochen, dass Soldaten nun mal das Kriegshandwerk betreiben. Dieses Handwerk besteht im Töten , Zerstören und Rauben. So drastisch will das in unserer ach so zivilisierten Welt niemand sagen - und trotzdem war das immer so, und solange der reine Pazifismus durch realpolitische Pseudophrasen immer und immer wieder relativiert wird, solange wird sich das auch nicht ändern.
Da nützen auch die verrücktesten Sprachverrenkungen nichts - wer eine Waffe trägt, wirkt bedrohlich. Wer humanitär helfen will, der möge seine Waffen ablegen, der möge sich um den nächsten Menschen kümmern, dem es nicht gut geht.
Wie ich nicht anders erwartet hatte, wirkten die Phrasen von D. Niebel auf mich einstudiert, ohne Authentizität, ohne Engagement, ohne wirkliche Einsicht in den Umstand, dass an und für sich kein Mensch von Natur aus dafür bestimmt ist, andere berufsmäßig zu töten oder sich eben von anderen töten zu lassen, bzw. sich der permanenten Gefahr auszusetzen, getötet zu werden.
Wer immer noch glaubt, dass man anderen Kulturen westliche Werte  mit Waffen nahe bringen kann, der hat nichts gelernt. Die Beweise dafür, dass dies noch nie funktioniert hat, kann nur der ignorieren, der in Wahrheit andere Absichten hegt und Alibis sucht. Kann es sein, dass man im sog. kultivierten Westen immer noch an so was wie einen Missionsgeist glaubt? Oder sind es simpel und einfach Ausbeuterinteressen? Sicher liegt die Wahrheit irgendwo zwischen diesen und noch anderen Polen.
Solange wir Armeen als Armeen bezeichnen und sie mit zerstörerischen Waffen ausrüsten, solange wir den realen, bedingungslosen Pazifismus den nicht existierenden REALZWÄNGEN opfern, solange wird es Leid und Opfer geben - auf allen Seiten. Solange wird es Menschen geben, deren Leben durch das kurze Erleben einer schrecklichen Situation für immer zertört wird.
Alle Anwesenden in dieser AnneWill Sendung haben auf mich den Eindruck gemacht, dass es ihnen entweder peinlich ist, das Wort Pazifismus in den Mund zu nehmen oder sie eben nicht den Mut haben, das zu sagen, was sie wirklich denken.
Vollkommen unerwähnt blieb der Gedanke, ob der Einsatz in islamischen Ländern nicht sogar den islamischen Fanatismus fördert.
Ok, ich geb zu, ich bin Pazifist. Ich bin der festen Überzeugung, dass konsequenter Pazifismus und ein Zurücknehmen des westlichen Sendungsbewusstseins die Welt ruhiger machen würde. Menschen sind nicht von sich aus kriegerisch - sie werden es, wenn die soziale Frage immer drückender wird, wenn die Existenzangst in Verzweiflung kulminiert, wenn Religionen fanatisieren und erst recht, wenn alle diese Faktoren zusammen wirken.
Dieser Strang der Debatte war unterbesetzt und deshalb konnte die Diskussion nur oberflächlich bleiben.
Schlimmer noch die Ausweichtaktik der Beteiligten in der Frage der Armeerituale.
Ich selbst war 2 Jahre Zeitsoldat. Anfang der 80er war ich 2 Jahre in einer Artillerieeinheit. Dort gab es vereinzelt in kämpfenden Batterien das Ritual des "Rostnagels".  Die von der Grundausbildung in die bewaffneten Batterien Wechselnden mussten ein Schnapsglas, gefüllt mit einem fünftel Tabasco und 4 fünfteln Jägermeister, auf Ex trinken. Die Nachwirkungen zogen sich über mindestens 2 Tage hin.
Es gibt Rituale in Armeen. Eine Aufklärung in diesem Bereich setzt erneut die Bereitschaft voraus, dass man umdenkt. Armeen sind immer in einer bestimmten Weise vom Rest derer, die diese Armeen unterhalten, abgeschottet. Diese Abschottung fördert Ritualbildung.
Wenn wir aufhören, Armeen zu installieren, dann hören auch die Rituale auf. Aber können wir das ? Sind wir schon so weit in unserer Kulturevolution, dass wir das mehrheitlich wollen? Ich persönlich glaube es nicht. Aber die Vision, dass wir oder unsere Nachfahren irgendwann in einer Welt leben, die keine Armeen mehr hat, diese Vision gebe ich nicht auf.

Montag, 17. Januar 2011

Anne Will vom 16.01.2011 - Kommunismus - Debatte

So eine Diskussion kann nur in Deutschland statt finden. Kein anderes europäisches Land würde eine Debatte über den Sinngehalt des Wortes "Kommunismus" mit so einer für mich unsinnigen Haltung führen. Auf verlorenem Posten stand hier Oskar Lafontaine, der mit unsäglicher Geduld versuchte, die Polemik mit Sachverstand zu entschärfen. Ich kam allerdings zu dem Schluß, dass auch Fr. Will gewillt war, das Wort Kommunismus an  und für sich zu verdammen und sie nicht bereit war, hier typisch deutsche Gutmenschenpolemik zu enttarnen.
Auch Professor Butterwegge konnte hier der geballten, wenn auch im Kern nur geschönten und gepuschten Aufschwungslobpreisung das verdiente Gegengewicht nicht verleihen. Zu stark waren Brüderle und Co. in ihrem Lobgesang auf ihre Politik.
Leider eine "AnneWill Sendung", die für mich das Attribut sachlich und korrekt nicht  verdient.